Erxleben

Im Jahre 1238 fanden wir das Dorf Erxleben zum ersten Male erwähnt; eine kleine Geldabgabe und der westliche Teil von Irkeslebe gehörte mit zu den Abgaben und Grundstücken, welche Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen in dem genannten Jahre an den Abt Gerhard von Verden und Helmstedt resignierte.

Da hieß der Ort noch irkesleve. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich der Name noch einige Mal, z.B. 1287 irkeslevin, 1314 yrxleve, 1362 arxleuen, 1446 ergsleve und 1472 argsleben.
 
Der Name Erxleben setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Die Endung „leben“ leitet sich von  „lewa = Erbgut“ ab. Damit wurde der unbewegliche Nachlass eines Verstorbenen bezeichnet. Der erste Teil des Ortsnamens Argo, Erk, arricho ist ein alter deutscher Personenname aus ahd arc und bedeutet habgierig, arg. Den westlichen Teil des Dorfes trug der Graf Siegfried v. Osterburg von dem St. Ludgerikloster in Helmstedt zu Lehn.
 
Am 16.3.1344 verlieh Markgraf Ludwig dem Köpkin von Briceg die Dörfer Erkleuen und Mokern.
Beide Namen, Erxleben und Möckern, wurden, wie eben erwähnt, für ein und dasselbe Dorf gebraucht.

Nach Bekmann lag das Dorf Möckern früher über 1000 Schritt westlicher, wie noch einige schwache Rudera zeigen. „Vermutlich bauten sich die späteren Bewohner, nachdem die vorigen entweder durch die vielen verwüstenden Streifereien in der Fehdezeit oder durch die sonst so häufige Pest oder im dreißigjährigen Kriege aufgerieben waren, näher an Erxleben, vorzüglich in Rücksicht der Kirche.“

1362 gingen die beiden Dörfer, die nahe aneinander liegen, an die von Bartensleben über.  
Heutzutage liegen beide Dörfer nahe beieinander; nur die von Polkau kommende Kunststraße trennt sie.

1442 erhalten die Brüder von Treskow Gefälle in Erxleben. 
 
1753 gehört Erxleben dem Grafen von der Schulenburg.

 

Kirche Erxleben

 Vierteilige Feldsteinkirche aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts
In gotischer Zeit Umbau der Apsis.

1713 – 1741 wurde die Kirche erneuert.
Weitere Instandsetzungsarbeiten 1715, 1721, 1734, 1774 und im 19. Jh.

Auffallend sind die beträchtlichen Ausmaße mit einer Gesamtlänge von 32 m und größter Breite von 12 m. Chor und Turm haben eine Mauerstärke von je 2 m.  

Turm:
Ein Wehrbau von auffallender Höhe.
Der First des anschließenden Schiffes bleibt noch beträchtlich unterhalb des Glockengeschosses.
In der Nord- und Südmauer befinden sich in zwei Geschossen übereinander je zwei schmale Lichtschlitze.
Das Glockengeschoss ist vermutlich z. Zt. des Chorumbaues aufgesetzt worden. Das Erdgeschoss hat ein Tonnengewölbe. Die Verbindung zum Schiff ist vermauert worden.

Schiff:
Das Mauerwerk der Nord- und Südwand wird durch hohe Rundbogenfenster (Erweiterung in der Barockzeit) durchbrochen. Das Nordportal hat ein abgetrepptes Feldsteingewände. Die Verwendung von Backstein für den Rundbogen deutet auf die 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts hin.Das Südportal ist vermauert. Über dem Schiff eine Flachdecke mit gebeilten Balken.

Chor:    
Einzigartig für diese Region ist das schwere Tonnengewölbe, dem die zwei Meter starken Mauern als Widerlager dienen. Das Gewände des Triumphbogens ist abgearbeitet worden.

Apsis:
Rundapsis durch polygonalen Neubau ersetzt, mit 4-teiligem Rippengewölbe aus Backstein.
Gotisches Spitzbogenfenster (Ostfenster)

Ausstattung:
- Barocker Altaraufbau aus Eichenholz

Gemälde:
Heiliges Abendmahl, Auferstehung

Kanzel:
Kanzelkorb aus Tannenholz
- In den Füllungen Gemälde: Christus und die vier Evangelisten
- Altar und Kanzel aus der Mitte des 18. Jh.
- Relief aus einem gotischen Schnitzaltar um 1420
- Hölzerner Opferstock 17. Jh.
- Sakramentsnische
- Taufengel 1. Hälfte 18. Jh.