Meseberg
Das Dorf Meseberg liegt etwa 3 km nord-westlich von Osterburg und wurde in einer Urkunde vom Jahre 1344 erstmals erwähnt. Nach C. Lemme soll das Dorf schon 1150 erwähnt worden sein, wo ist leider nicht angegeben. Es besteht aus dem eigentlichen Dorf mit der Kirche, ferner aus dem sogenannten Wenddorf und aus mehreren einzelnen Höfen und Häusern.
Während des 30jährigen Krieges wurde in der Wische sehr viel vernichtet, deshalb verließen die Einwohner jahrelang dieses Gebiet. In den Aufzeichnungen des ältesten Kirchenbuches ist zu den argen
Verwüstungen im 30-jährigen Krieg u.a. folgendes nachzulesen: „Die
meisten Höfe haben wegen der elenden beschwerlichen Kriegszeiten
größtenteils wüste gestanden; die Erben haben sich nicht einfinden noch
weniger sie bewohnen wollen und sind daher zu 10, 12, 70, 150 Gulden
verkauft worden.“
Nur zögernd kehrten die Menschen nach Kriegsende zurück, denn sie fanden meist zerstörte und ausgeplünderte Häuser vor. Ganz allmählich erholte sich das Dorf von den schweren Schäden des 30-jährigen Krieges.
Am 1. September 1743 wurde das halbe Dorf, die Kirche und das Pfarr- und Schulgebäude durch eine Feuersbrunst zerstört.
Über die Feuersbrunst schreibt der damalige Pfarrer Caspar David Albrecht im Kirchenbuch:
„Weil das Feuer plötzlich überhandnahm, habe ich alle das Meinige
verloren, so ist auch meiner sel. Frau Schwiegermutter Schwester Jgrf.
Anna Gertrud Rudolphen, ach leider! Aller Warnung ungeachtet darin
geblieben, deren überbliebene und wiedergefundene Gebeine den 3. ejd.
Auf hiesigem Gottesacker eingesenkt worden; sie hat ihr elendes Leben
gebracht auf 50 Jahr 6 Monat und 11 Tage.“
Zu einem weiteren Opfer steht im Kirchenbuch am 12. September 1743 folgendes:
„Des Morgens um ohngefähr 2 Uhr ist Jgfr. Ilse Schwartzenhausen, da sie
von Schreck des Feuers krank geworden, selig verschieden und sofort
folgenden Tages in der Stille beigesetzt, ihres Alters ohngefähr 51
Jahr.“
Tüchtige Orts- und Kirchenvorsteher sorgten dafür, dass das Dorf Meseberg aus den Trümmern schöner wieder erstand
Die Feldmark gehört zum Teil der „Wische“ mit schwerem Weizenboden, zum Teil der „Höhe“ mit leichtem Roggenboden an. Die Cositte durchfließt die Feldmark von Südosten nach Nordwesten und mündet in den Landgraben.
Kirche Meseberg
Baujahr: 2. Hälfte des 12. Jahrhundertsdreieckiger
Backsteinbau nach dem Brand am 1. Sept. 1743 mehrmals baulich verändert
Turm (Holz):
1748 über dem Westgiebel erbaut.schließt mit barocker Haube mit Laterne (sehr selten in der Altmark)
1976 Turmansatz vollständig erneuert
Wetterfahne mit den Buchstaben:
- S. C. V. M = Samuel Christoph von Meseberg
- S. F. V. R = Sigismund Friedrich von Redern
- E. W. V. R = Erasmus Wilhelm von Redern
Glocke:
Bronzeglocke 1882 von G. Collier in Zehlendorf bei Berlin gegossen
Fenster:
zwei romanische Rundbogenfenster erhalten
Chorraum:
alte Pfarrtür mit schönem alten Schloss
Ausstattung:
- barocker Kanzelaltar von 1749
- Taufstein von 1872
- Orgel 1824 eingebaut, stammt aus der Osterburger Martinskapelle
- Gedenkstein für die Gefallenen der beiden Weltkriege
Nordseite Kirche:
- Grabplatte mit vier Wappentafeln 1608 erinnert an David von Meseberg,
gest. 30. Mai 1608 im Alter von 37 Jahren
Neben der vermauerten romanischen Tür wurde 1746 das Erbbegräbnis derer von Meseberg angebaut.
Eine Gedenktafel im Inneren der Kirche erinnert an die Gefallenen der beiden Weltkriege
1965 Renovierung der Kirche1995 innen vollständig erneuert
Über ein Grabgewölbe derer von Meseberg im Inneren der Kirche teilt ein altes Kirchenbuch folgendes mit:
„Dieses Gewölbe, ein Fuß von der Wand ab links an der kleinen Kirchtür ist 1851 zugemauert, der Eingang bedeckt eine Fläche von 8 Fuß lang und 4 ½ Fuß breit, - es ging eine Treppe von etwa 10 Stufen hinab, - nun ist am Fuß der Treppe der Eingang ins Gewölbe zugemauert und die Treppe bis oben mit etwa 8 bis 10 Fuder Sand zugeschüttet und das Ganze zugepflastert, weil durch die innere Luft die bretterne Bedeckung fast alle paar Jahr neu repariert werden musste und immer Kosten machte.
Im Gewölbe befanden sich Bretterstücke eines Sarges der Frau Hauptmann von Meseberg geb. von Rinow, welche 1759 beigesetzt wurde, und ein kleiner noch unvergangener Sarg eines 6 Monate alten Kindes, beigesetzt 1785.“