Möllendorf
Die erste geschichtlich sicherere Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahre 1238. Graf Siegfried v. Osterburg und Altenhausen resigniert in diesem Jahr u. a. auch Teile des Dorfes „Mulendorpe“ an den Abt Gerhard von Verden und Helmstedt. Die nächste zuverlässige geschichtiche Nachricht über Möllendorf findet sich im Landbuch Kaiser Karls IV. Die Schrecken des furchtbaren 30jährigen Krieges haben auch Möllendorf heimgesucht. Die Einwohnerzahl war dermaßen dezimiert, dass in den Jahren 1651 bis 1655 lt. Kirchenbuch nur 13 Kinder geboren wurden.
1840 wurde beschlossen, eine eigene Küster- und Lehrerstelle zu gründen.
1841 wird auf einer wüsten Hofstelle nahe der Kirche ein kleines massives Schulhaus nebst Scheune und Stallung erbaut.
E. Wollesen, Werben (Elbe)
„Als besonderes Ereignis wird noch hervorgehoben, dass am 6. Dezember 1685 eine 103 Jahre alte Hirtenfrau beerdigt wurde.“
„ Aus den Jahren 1738, 1794 und 1871 werden uns bedeutende Feuersbrünste beschrieben.“
„Im erstgenannten Jahre brannte am 6. Januar das ganze Gehöft des Kossaten Cleutz ab; das Feuer kam im Altenteil aus, als ein Pastor gerade eben auf der Kanzel stand.“
„Bedeutender war die Feuersbrunst des Jahres 1794, die durch das Töten der Bienen mittelst Schwefels verursacht wurde. Das Feuer, das von Boos‘ Gehöft ausging, griff auf die Höfe von Bierstedt, Eggert, Helmke und auf den Hof eines Kossaten sowie auf die Hirtenwohnung über; es brannten die Ackerhöfe 2 und 7 und die Kossatenhöfe 5 und 23.“
„Am furchtbarsten aber war das Feuer, welches am 30. Mai 1871 abends gegen 11 Uhr ausbrach und 2 Ackerhöfe, 5 Kossatenhöfe, 2 Häuslerstellen, die Wassermühle und das Hirtenhaus in Asch legte. Und wenn es schon furchtbar genug war, daß durch diese Feuerbrunst 70 Personen obdachlos wurden, noch viel betrüblicher war es, daß auch ein Knabe dabei verbrannte.“
Kirche Möllendorf
Baujahr:
- zwischen 1150 und 1230
- romanischer Feldsteinbau,
- bestehend aus Turm, Schiff und quadratischem Altarhaus
Fachwerkturm:
- erbaut 1747
- funktionsfähige Uhr
- Wetterfahne
- drei Glocken (die kleinste, zugleich auch älteste vollständig zersprungen)
Altarhaus:
- aus ursprünglicher Bauzeit stammend
- Südseite = schmale romanische Tür
- Ostseite = schmales Fenster
Innenausstattung:
- Orgel von 1878
- Gedenkstein des Letzten von Dalchow
- z. T. gut erhaltene Ausmalung aus dem 15. Jh.
(volkstümliche Erzählweise, vom Kirchenmaler Mannewitz 1934 ausgebessert und ergänzt)
Die Schule
Am 26. November 1840 wurde beschlossen, eine eigene Küster- und Lehrerstelle zu gründen und zu dotieren. Die Dotationsurkunde wurde unter dem 17.02.1841 bestätigt. Bei der Dotierung verpflichteten sich die mit Grundstücken angesessenen Gemeindeglieder, sämtliche Kosten des Schulneubaues sowie die Unterhaltung zu tragen, und zwar wurden dieselben nach dem Maßstabe der Grundsteuer repariert, während die Hand- und Spanndienste so verteilt wurden, daß der Acker- und Halbackermann gleich viel, der Kossat halb so viel als der Ackermann leistete, die Grundbesitzer von Spanndiensten befreit wurden und bei Verrichtung der Handdienste je drei Grundbesitzer auf den Kossat kamen.
Die Mieter sollten bei den Bauten und Reparaturen nicht herangezogen werden. Auf einer wüsten Hofstelle nahe der Kirche wurde im Jahre 1841 ein kleines massives Schulhaus nebst Scheune und Stallung erbaut. Das Haus enthält eine Klasse, zwei heizbare Räume unten, eine heizbare Giebelstube und eine kleine Kammer.