PETERSMARK
Im Jahre 1346 wird der Ort Petersmark zum ersten Mal in einer
Urkunde erwähnt. Das kleine Dorf liegt wenige Kilometer westlich von
Möllendorf. Der Name wird von S. Petrus abgeleitet, dem, wie eine
Inschrift der alten Kirche besagte, die Kirche des Dorfes geweiht
war. Nach dem Landbuche Kaiser Karls IV. war das dem Osterburger Bürger
Peter Huselitz gehörige Dorf wüst.
Am 3. Juni 1404 belehnte Graf Günther von Schwarzburg den Stendaler Bürger Henning Demker mit dem von ihm erkauften Dorf Petersmark. Am 13. Juli 1420
belehnte Kurfürst Friedrich von Brandenburg den Günzel von Bartensleben
unter vielen anderen Besitzungen auch mit Petersmark. Und in dem
Lehnbrief, den Kurfürst Albrecht Achilles am Dienstag nach S. Peters
Tag 1473 dem Jakob Hans und Bussen, Gebrüdern von Bartensleben
und allen ihren Lehnserben ausstellte, wird an letzter Stelle auch „en
Stück Geld un Dorp to Petersmark, die sie von Henning Geles Frowe
gekofthebben“ erwähnt.
Als Bartensleben’sches Dorf gehörte der Ort Petersmark zur Vogtei Meßdorf. Das mächtige Geschlecht von Bartensleben erlosch am 5. Januar 1742
mit Gebhard Werner von Bartensleben. Durch Heirat der Tochter Anna
Adelheid Katharina von Bartensleben kamen die Besitzungen an den
Reichsgrafen Adolph Friedrich von der Schulenburg aus dem Hause
Betzendorf.
Naturkatastrophen im 18. Jahrhundert
- Am 7. Juli 1745 verhagelten die drei Feldmarken Petersmark, Möllendorf und Schwechten.
- Bei einem Brand wurde der gesamte Hof des Erdmann Schultze vernichtet.
- Im Jahre 1798 wurde fast das gesamte Sommergetreide durch Hagel vernichtet.
PETERSMARK im 20. und 21. Jahrhundert
1912 Eine Schienenchaussee nach Möllendorf wird angelegt
1935 In Gemeinschaftsarbeit entsteht eine Wasserleitung für alle in der Dorflage liegenden Höfe
1987 Die Rekonstruktion der Kirche, die
1945 durch die Druckwelle einer Luftmiene teilweise zerstört wurde, beginnt unter schwierigen finanziellen Bedingungen.
1991 Das ehemalige Schulgebäude wird von der Familie Vorlop erworben. Bei der Erneuerung des Dachstuhls wurden Dachlatten mit einer Inschrift gefunden: „Dach eingelattet 11.06.1929 Fa. Koter – Stendal“
1995 – 1997 Eine Busschleife wird angelegt.
2002 In den Monaten April – Juli entsteht aus einem ehemaligen Stall eine Bauernstube.
2001 Im November wird eine Asphaltstraße nach Ziegenhagen gebaut. Im Rahmen der Dorferneuerung und der Umstellung der „DM“ auf den „Euro“ wurde auf einem Schild aus „Petersmark“ plötzlich „Peterseuro“ – ein Scherz in der Silvesternacht 2001/2002.
Kirche Petersmark
Mit großen Reichtümern scheinen die Einwohner Petersmarks in früherer Zeit nicht gesegnet gewesen zu sein. Wenigstens deuten die kirchlichen Verhältnisse darauf hin. Als Filialdorf von Kl. Schwechten besaß Petersmark nach den Kirchenvisitationsprotokollen um 1540 entweder gar kein Gotteshaus, oder dieses war für seine Zwecke nicht mehr verwendbar.
Im Jahr 1600 war eine Kirche vorhanden. Diese alte Kirche war so leicht gebaut, dass sie schon 1683 dem Einsturz nahe war. Auch der Neubau, (1691-1694) war so bescheiden, dass sich die Kosten nur auf 161 Taler, 1 Groschen beliefen.
Am 11.04.1887 wurde zum letzten Mal in dieser Kirche Gottesdienst gehalten danach musste diese Kirche abgerissen werden. Die neue Kirche wurde schon 18.12. desselben Jahres eingeweiht. Sie ist ein massiver Bau aus rotem Backstein in romanischem Baustil, trägt wenig dörflichen Charakter und könnte eher als Kapelle in einer Vorstadt stehen.
Aus der 1887 abgerissenen Kirche sind einige Inschriften bekannt. An einem Querbalken dicht unter dem Dach auf der Südseite der Kirche befand sich eine lateinische Inschrift, die auf deutsch lautet:„Dieses Kirchengebäude ist zur Ehre Gottes und des Apostels Petrus unter dem Patronat der Herren von Bartensleben, des Pfarrers Christian von Heiden, des Küsters Robert Westphal, der Kirchenvorsteher Paul Beneke, Johan Corts, Schultze aus Möllendorf, im Jahre 1691 aufgeführt.
“In der Kirche am Predigerstuhl stand „Zacharias Schulte anno 1618“ und am Altaraufsatz „Anno 1703.“
18.12.1887 Einweihung der neuen Kirche -> unverputzter neuromanischer Backsteinbau
1945 durch die Druckwelle einer Luftmiene teilweise zerstört
1987 Rekonstruktion der Kirche
1998 Erneuerung der Kirchenmauer
2002 Kirchendach mit Schiefer gedeckt
Turm: ursprünglich zwei Glocken.
Eine wurde im Krieg abgegeben und die größere ist noch funktionsfähig
Ausstattung:
sehr schlicht, stammt aus dem Jahre 1887
Altar, Holzkanzel, Taufstein, Gemälde – Speisung der Jünger