Rohrbeck

Der Bau einer Privatbahn

 
Der Besitzer der Rittergüter Rohrbeck und Iden, Philipp Freise, besaß große fruchtbare Ländereien, auf denen er gute Erträge erzielte. Schwierig gestaltete sich jedoch die Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, da es zu jener Zeit in dieser Gegend noch keine befestigten Straßen gab. Die Wege waren bei schlechtem Wetter kaum passierbar und erforderten dermaßen viele Zugkräfte (Pferde) bei schwerbeladenen Wagen, dass der Gutsbesitzer beschloss, seine Güter durch den Bau eines Schienenstranges mit der Bahnstation Goldbeck zu verbinden.

Mit dem Bau der Privatbahn wurde im Jahre 1881 begonnen. Am 1.4.1886 wurde der erste Streckenabschnitt Goldbeck-Iden dem öffentlichen Verkehr übergeben. In der zweiten Etappe erfolgte der Ausbau der Strecke zwischen Iden und Giesenslage. Anfangs wurde die Bahn von Pferden gezogen, später kam eine Dampflokomotive zum Einsatz.
Seit Oktober 1886 beförderte die Freisesche Anschlussbahn nicht mehr nur Güter, sondern auch Personen. Bis zum 1.10.1898 wurde der letzte Streckenabschnitt der Kleinbahn zwischen Giesenslage und Werben fertiggestellt.

Bis 1947 befand sich das Unternehmen in Familienbesitz, danach wurde es Volkseigentum.
Bis 1949 blieb die Kleinbahn in der Verwaltung der Landesbahnen und am 1.1.1950 wurde sie von der Deutschen Reichsbahn übernommen.
 
Am 25.09.1971 hat man den Zugverkehr, der Kleinbahnstrecke zwischen Goldbeck und Werben nach 85 Betriebsjahren eingestellt. Die letzte Fahrt der Kleinbahn von Goldbeck nach Werben war am 7.11.1971.
 

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1204.

1317 wird in einer Urkunde das Kloster Lenin betreffend, ein Johannes Rorebecke genannt.

1215 befindet sich im Gefolge des Grafen Siegfried von Osterburg ein Zebold von Rorebeck. 

1351 erscheint in einer Urkunde, die die Stadt Spandau betrifft der Name Heine Rohrbeck.
 
Danach scheint es, als ob auch die von Rohrbeck frühzeitig, wie so viele andere altmärkische Ritter,
die alte Heimat verlassen haben, um sich östlich der Elbe eine neue Heimat zu gründen.
 
Auf die von Rohrbeck folgten die von Rossow im Besitz des Rittergutes. Wann die von Rossow in den Besitz Rohrbecks gekommen sind, können wir nicht bestimmen.
 
1649 sind die von Rossow Kirchenpatrone in Rohrbeck.
 
1712 wird in der Inschrift eines Abendmahlkelches H.H.G. Freiherr von der Schulenburg
als Kirchenpatron genannt.
 
1754 ist Julius Wolbeck von Arneburg Patron von Rohrbeck.
 
1791 war die Familie von Sobbe auf Rohrbeck..
 
Um 1799 war der General von Romberg Besitzer, um 1845  Wilhelm von Romberg. 

Nach 1865 findet sich Rohrbeck im Besitz von Albert Schütze.
Nach seinem Tode 1877 gelangte Rohrbeck in den Besitz von Bernhard Freise.

 

Kirche Rohrbeck

Die Kirche liegt in der Mitte des Ortes, umgeben vom Kirchhof. Sie war Nebenkirche von Uchtenhagen und hatte mehrere Patrone, wie z.B. v. Rossow und Freiherr v. Schulenburg

Baujahr: 14. und 15. Jahrhundert

- Gotischer Backsteinbau mit Schiff und Westturm
- ehemaliger Feldsteinbau an Ost- und Südseite, sowie Resten der Grundmauern zu erkennen
- unterschiedliche Baustoffe weisen auf vier Bauperioden hin
- 2. Hälfte des 19. Jh. Vorhalle am Westeingang angebaut

Schiff: ca. 1860 bis etwa zur Hälfte der Fensterhöhe mit Backsteinen erneuert

Ausstattung:
- barocker Taufengel (etwa 1740)
- Taufbecken
- Orgel nicht mehr vorhanden

Glocke: wird per Hand geläutet

Die Kirche wurde innen renoviert und das Dach neu gedeckt.

 

Über die gründliche Restaurierung im Jahre 1860 ist folgendes nachzulesen:

„Das Kirchengebäude, welches um das Jahr 1860 gründlich restauriert ist, zeigt noch einige Bestandteile aus älterer Zeit, dazu gehören die Grundmauern, die vorhandenen Fragmente und die Turmmauern bis zu den Fenstern der Glockenstube; alles andere ist in der genannten Zeit aus Mauersteinen neu ausgeführt. Daß der Um- bzw. Neubau der Kirche um 1860 erfolgt ist, schließen wir daraus, daß die Kirchenstühle im Jahr 1862 neu verteilt sind.“

Über den Besitz der Kirche im Jahre 1649 kann man folgendes nachlesen:

„Hat ein Pfarrhaus, dazu gehört eine Hufe Landes, dazu etliche Worthen und Acker, eine Worth hat Achim Quast, die andere Achim Kluth, diese beiden wohnen auf der Pfarrerstätte, die dritte hat Achim Hage, die vierte hat Hans Bode. Es soll der Pfarrer die Hufe und Worth auszuthun oder gebrauchen Macht haben. Hat eine Wiese von drei Fuder Heu an dem Hufschlag. Hat bei 60 Kommunikanten, Brot auf Weihnachten, teilet es mit dem Küster, Wurst, einen Pfennig von jedem Kossaten, hat Ostereier.

Es haben sich die von Rossow mit dem Pfarrer in Gegenwart der Visitatoren verglichen, daß sie dem Pfarrer jährlich einen Wispel Roggen geben und das Geld von den Worthen wollen folgen lassen. Joachim von Rossow gibt 18 Scheffel, Servatius von Rossowen Söhne 6 Scheffel, jedoch  soll dieser Vertrag den Nachkommen  Rossowen unschädlich sein.

Der Küster hat ein Küsterhaus, 26 Scheffel Roggen und 6 Scheffel Roggen von dem Seiger (Turmuhr), hat 7 Schilling am Gelde von den Kossathen, hat einen halben Teil Brot, Wurst und anderes vom Pfarrer. Die Kirche hat einen Kelch, eine Patene, ein viaticum, hat 10 Stück Land von 8 Scheffel Saat und eine Wische zu 4 Felder Heu. Sollen hinfüro von jedem Stück Landes und Wiesen zusammen einen Thaler geben, auch etlich Geld an Zinsen vermöge der Kirchenregister. Hat 1 Pfund jährlich Zins von dem zugehörigen Acker und Wiesen.“