Uchtenhagen
Eine Sage über den Meinecke`schen Hof
Von Geschlecht zu Geschlecht hat sich auf dem Meinecke`schen Hof eine
Sage fortgepflanzt, die sicherlich in ihrer Hauptsache Glauben
verdient:
Danach begräbt in dem Schreckensjahre 1626
ein Knabe der Meinecke`schen Familie mit seiner Mutter die Pestleichen
des Hofes in der Stille neben dem Gehöfte, weil niemand mehr helfen
kann. Darauf wird der Junge von feindlichen Reitern mitgenommen, und
man hält ihn daheim längst für verschollen.
Endlich kommt er nach Jahren als stattlicher Mann auf den Hof zurück. Niemand aber glaubt ihm, dass er der Erbe ist, auch seine eigene Mutter nicht. Da erinnert er diese an jene furchtbaren Jahre Tage und führt an, wie sie ja beide damals die Ihrigen begraben hätten. Er erzählt dabei Einzelheiten, die kein Dritter hätte wissen können. Die Mutter erkennt ihn wieder, er bekommt den Hof, den sein Geschlecht bis auf diesen Tag innehat.
Uchtenhagen – Der Ort
Von der Burg auf dem Rittergut, die zur Zeit Albrechts des Bären
erbaut worden war, sah man um 1800 noch die Grundmauern. Nach Angabe
früherer Geschichtsschreiber soll sie im Krieg der Markgrafen gegen
Magdeburg und Halberstadt zerstört worden sein.
Der Ort gehörte zur Befestigungsanlage des halberstädtischen
Balsamgaues (Gebietsbezeichnung) zum Schutz gegen die Wenden. Im Jahr 1256
wird hier ein Herbert von Uchtenhagen genannt. Etwa in der Mitte des
13. Jahrhunderts verließ das Geschlecht derer von Uchtenhagen die Burg
mit den altmärkischen Besitzungen.
Das zwischen Prenzlau und Straßburg gelegene Jagow wählten sie nun als Hauptsitz, nach dem sie sich auch nannten. Einige Glieder dieses Geschlechts kehrten um 1267 in die Altmark unter dem neuen Namen von Jagow zurück, nahmen Uchtenhagen wieder in Besitz und breiteten sich in dem Gebiet aus.
Als „Ochtenhagen“ im Jahr 1482 bezeichnet, änderte man es 1541 in Uchtenhagen.
Kirche Uchtenhagen
- Vierteiliges Bauwerk – Ende 12. Jahrhundert,
ältester Grundrisstyp der Altmark
Turm:
- in Breite des Schiffes, quadratisches Schiff, quadratischer Chor mit halbrunder Apsis
- Turm im 13. Jh. erneuert, Backstein
- Erdgeschoss noch mit ursprünglicher Ziegeltonne überdeckt.
- Backsteingeschosse durch Ecklisenen und Rundbogenfries gegliedert, Konsolsteine mit plastischer bildhafter Darstellung
- Säulen der Schallöffnungen zum Teil noch mit alten Basen.
Ausstattung:
- Bis zur Reformation drei Altäre
- Jeder hatte Einkünfte, die der Pfarre zugute kamen
- 1720/21 in Barockzeit Erneuerung der Kirche
- 1721 Kanzelaltar
- Chorgestühl - Renaissance
- 1808 – 1813 Renovierung der Kirche
- Westempore und Patronatsstuhl erbaut
- 1860 umfangreiche Restaurierung der gesamten Kirche,
einschließlich des Altars und der Ausmalung der Apsis
Glocken: ursprünglich zwei
- eine davon 1847 in Halberstadt gegossen
- die andere stammt aus dem Jahre 1901
- eine Glocke wurde im 1. Weltkrieg abgegeben.
Schiff und Chor:
- Kreuzgratgewölbe, Dachstuhl gotische Kehlbalken
- 1720/21 Fenster vergrößert (ursprünglich rundbogig)
- Nordseite außen: 1808/13 Zugang zum Patronatsstuhl angebaut, heute nicht mehr vorhanden
- Apsis: 1720/21 ausgemalt (Barock),
Aus der Kirchengeschichte:
Matrikel der Pfarre 1581 und 1600
überliefert genau festgelegt, welche Einkünfte Geld- und
Getreideeinnahmen aus Uchtenhagen selbst, Walsleben, Wasmerslage,
Bertkow, Falkenberg, Iden, Kossebau.
Aus dem Kirchenregister von 1649
- Hochzeit: 1 Thl. oder 12 Groschen und die Brautsuppe
- Leichenpredigt: 1 Thl. - Taufe: 3 Groschen und eine Mahlzeit
von jedem Ackermann:
- zu Weihnachten: 1 Wurst
- zu Ostern: 30 Eier
- zu jedem Fest: 1 Brot
- wurde der Heiligen Maria geweiht