Die Wische
... ist ein 30 000 Hektar großer Landstrichim äußersten Norden des Landes Sachsen-Anhalt
... muss man sich als eine schiefe Ebene vorstellen, die von der Elbe
in Richtung Osterburg abfällt und deren tiefste Stellen bei Hochwasser
bis zu drei Metern unter dem Elbpegel liegen
.... verfügt über fruchtbare Böden, die jedoch nur über ein
leistungsfähiges Entwässerungssystem erfolgreich zu bewirtschaften sind.
... wurde 1958 zum Bauplatz der Jugend des Bezirkes Magdeburg, um die Wasserprobleme dieses Gebietes dauerhaft zu lösen.
... durchziehen heute 1068 Kilometer Gräben, pro Hektar mehr als 30 Meter
.... ist heute nach der Börde der ertragreichste Landstrich des Landes Sachsen-Anhalt
Entstehungsgeschichte der Wische
Das rund 170 Quadratkilometer große Landschaftsgebiet ist ein Produkt
der letzten Weichseleiszeit. Vor 120.000 – 20.000 Jahren haben sich
hier drei aus verschiedenen Richtungen heranfließende Urströme
vereinigt. Diese führten jede Menge Schlemmsand und andere Partikel mit
sich, die sich im Gebiet der heutigen Wische ablagerten. Zudem
förderten Elbe und andere Flüsse jede Menge Geröll und kleinere Steine
heran. All diese Materialien bilden heute den Untergrund des
Wischebodens. Fruchtbar wurde das Gebiet allerdings durch von
Hochwässern mitgeführte Nährstoffe und abgestorbenes Pflanzenmaterial,
das zu Humus zerfiel. In der Wische finden sich heute Böden vom
grobsandigen Lehm bis hin zu schweren Tonen. Früher bahnte sich die
Elbe immer wieder andere Verläufe; es zogen sich zahlreiche Flussarme
durch das gesamte Gebiet. Überreste davon kann man heute noch in Form
von Bracks und Wehlen finden. Vor der Urbarmachung war die Wische eine
einzige, von Sandrücken durchzogene Sumpflandschaft, in der ausgedehnte
Laubwälder wuchsen. Die zögerliche Besiedlung des riesigen
Sumpfgebietes begann etwa im 8. Jahrhundert – ausgehend von den
Randgebieten im Südwesten. Pioniere waren die Slawen und Holländer, die
unter anderem vom Fischfang lebten.
Auf dem Bauplatz der Jugend „Altmärkische Wische“
vom 12.5.1958 bis 15.10.1960
- 16.246 Jungen und Mädchen des Bezirkes Magdeburg arbeiten jeweils vier Wochen in den FDJ-Brigaden
- 625 Kilometer Gräben werden durch sie neu gezogen oder instandgesetzt
- 22 Wohneinheiten
- 54 Rinderställe
- 3 Jungviehställe
- 4 Schweineställe halfen sie zu bauen
- 2,5 Millionen Ziegel- und Hohlblocksteine produzierten sie
- 54 Kilometer Straße wurden von ihnen neu gebaut bzw. instandgesetzt
- 92.209 laufende Meter Koppelzäune setzten sie
- 83.210 Bäume pflanzten sie an
- 15,4 Millionen DM beträgt der Wert, den die FDJ-Brigaden während ihres Einsatzes geschaffen haben.
-
750.000 zusätzliche freiwillige Arbeitsstunden leisteten die Jungen und
Mädchen außerdem im NAW und schufen weitere Werte von 1,2 DM 760
Jugendliche wurden Mitglied des sozial. Jugendverbandes
- 506 junge Sozialisten stellten den Antrag zur Aufnahme in die Partei der Arbeiterklasse
- 770 FDJler traten freiwillig in die Reihen der Nationalen Volksarmee ein
- 5.317 Veranstaltungen führten die Brigaden mit den Einwohnern der Wische durch
- 1.443 Schieß- und Mehrkampfabzeichen
- 1.738 Massensportabzeichen und
- 2.832 Abzeichen für gutes Wissen wurden von den Jugendlichen errungen
- 754 Jungen und Mädchen wurden Abonnenten der Jungen Welt