Virtuelle Reise in die Antarktis / Diaabend auf Schloss Calberwisch

Kulturverein setzt auch auf Populärwissenschaftliches

Von Frank Schmarsow

 

Zu einer virtuellen Expedition nach Südgeorgien, zur Insel der Königspinguine in der Antarktis, lud der Kulturförderverein " Östliche Altmark " zum Freitag ein. " Reiseführer " war der Diplom-Biologe Peter Ernst aus Potsdam-Rehbrücke, der gemeinsam mit seiner Frau Gisela und rund 70 weiteren Teilnehmern, darunter viele Berufsfotografen, im vergangenen Herbst diese 19-tägige Exkursion unternommen hatte.

Calberwisch. " Wir beschäftigen uns nicht nur mit Kunst und Kultur, sondern auch mit populärwissenschaftlichen Themen, die zum Beispiel den Klimawandel im hochsensiblen Ökosystem in der Antarktis zum Inhalt haben ", leitete Dr. Siegfried Rutter vom Förderverein die Vorstellung des Referenten ein, der dabei sei, mit der Tierfotografie sich einen Lebenstraum zu erfüllen.

 

Mit brillanten Tieraufnahmen vom eisigen Eiland, das bis in die 60-er Jahre des vorigen Jahrhunderts mehrere, nun dem Verfall preisgegebene Walfangstationen beherbergte, unterhielt Peter Ernst sachkundig sein Publikum im warmen Kaminzimmer des Calberwischer Schlosses. " Es war keine touristische Kreuzfahrt im üblichen Sinne mit einem Reiseveranstalter, der sich auf Fahrten in die Arktis und Antarktis spezialisiert hat. Schon die Überfahrt war sehr interessant ", erzählte er.

" Mit dem Wetter hatten wir im Südatlantik, der als das stürmischste Meer der Welt gilt, auf der vier Tage währenden Hinfahrt, großes Glück ; es herrschten relativ geringer Wellengang und Wind, so dass wir auf der nur 85 Meter langen MV, Ushuaia ‘, einem ehemaligen Expeditionsschiff, eine recht angenehme Reise hatten. Unterwegs begegneten wir verschiedenen Seevögeln wie Albatrossen, Raubmöwen, Sturmvögeln und Seeelefanten. " Der Wanderalbatros sei der größte Vogel der Welt und übertreffe mit einer Flügelspannweite von bis zu 4, 50 Meter noch den Kondor.

Zweck der Reise sei gewesen, das Leben auf Südgeorgien kennenzulernen und im Bild festzuhalten. Dafür habe man viereinhalb Tage Zeit gehabt. Die Insel sei heute Brutbeziehungsweise Aufzuchtstätte für Königs-, Esel- und Gelbschopfpinguine, die in schier unvorstellbarer Zahl dort vorkommen, sowie für Seeelefanten, Seelöwen, Wanderalbatrosse und so weiter und gleichzeitig eine imponierende landschaftliche Kulisse von strenger Schönheit. " Änderungen gehen dort rapide vonstatten, allerdings nicht so prekär wie in der Arktis. Der Kontinent Antarktis ist von einem riesigen Eisschelf bedeckt. Im Gegensatz zur Arktis baut er Eis auf. "

Die Reise sei Abenteuer und Erlebnis zugleich gewesen. " Die fünftägige Rückreise verlief aber alles andere als gemütlich. Bei Windstärke 11 und Wellengang bis zu zehn Meter Höhe mussten wir alles nicht Befestigte sicher in Schränken verstauen, zur Sicherheit auf dem Boden schlafen und uns wenig auf dem Schiff bewegen. "


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Dokument erstellt am 01.12.2009 um 05:52:06 Uhr
Erscheinungsdatum 01.12.2009 | Ausgabe: obg